Alles neu macht der Mai
beim 17. Toy Run in Berlin
Vorspiel:
Nachdem von der letztjährigen „Toy Run“-Crew leider sich gleich vier Mitglieder entschieden haben den Kids Club Fuchsstein zu verlassen, blieb nur noch eine „Worker-Fraktion“ von vier Männern übrig. Besser gesagt waren wir berufsbedingt eigentlich drei und zwei Halbe. Damit war uns allen klar: Wir müssen uns verändern. Wir brauchten ein neues Gelände mit mehr Schatten, etwas kleiner, wo alles schon da ist, damit sich Ab- und Aufbauarbeit minimieren. Also schwärmten wir im Sommer 2010 aus, um uns diverse Freibäder, Strandbars, Ausflugslokale usw. anzusehen. Im Dezember hatten wir dann den neuen Toy Run Festplatz in trockenen Tüchern. Das Wirtshaus Havelbaude mit viel Schatten direkt am Wasser gelegen, ne große Bühne stand auch schon da. Direkt vor den Toren Berlins, eine S-Bahn-Station von der Stadtgrenze entfernt. Hier sollte und konnte die Party steigen. Auch der Startpunkt sollte sich verändern, mit dem Biergarten Oranke Orange in Friedrichhain hatten wir einen adäquaten gefunden. Strandfeeling mitten in der Stadt. Durch die Unterstützung der Initiative Karl-Marx-Allee konnten wir auch noch das Cafe Priscilla für uns gewinnen, so dass unsere Gäste zwischen beiden Locations pendeln konnten, also 250 Meter flanieren -- sehen und gesehen werden. Und oben drauf als extra konnten wir auch alle zum Frühstück einladen. Mit den neuen Orten ergab sich automatisch auch eine neue Korso-Strecke, etwas länger mit dem Wechsel von Downtown-City ins Vorstadt-Grüne. Jetzt brauchten wir nur noch gutes Wetter...
1. Akt:
Wie bestellt schien die Sonne am 21. und 22. Mai 2011 zum 17. Toy Run. Beim Aufbau am Freitag noch mal fett eingeregnet und nass geworden, lachte uns am Samstag die Sonne schon um 8 Uhr morgens an. Das hielt an bis am Sonntag um 21.00 Uhr, bis alles wetterfest verstaut war und ein kleiner Gewitterschauer den aufgewirbelten Staub des Wochenendes wegspülen konnte. Also, die Sonne schien am Samstag schon früh und kräftig als fast 500 Motorradfreunde jeglicher Art ihre Bikes zwischen Biergarten Oranke und Cafe Priscilla aufreiten. Nach kurzer Zeit ging die Reihe noch über die Weberwiese hinaus und war teilweise doppelreihig. Im Biergarten Oranke eröffnete Black Moon Rising unseren Live-Musik-Reigen fürs Wochenende. Nun war auch dem letzten Anwohner klar, dass es Zeit zum Brunchen war.
Dementsprechend buntgemischt fiel das Publikum im Biergarten und auf der Straße aus. Nach vier Brötchen, einem Stück Kuchen, einer Bratwurst und einem halben Liter gespritzten Bier konnte es dann los gehen mit dem Moped-Getümmel on the Road. Vorher noch ein paar Worte dazu, wie die schon im letzten Jahr angesprochene Schulreform sich weiterentwickelt und auf das Bildungsniveau der Stadt auswirkt hat. „Zwei Schritte vor und fünf wieder zurück, darf alles nicht zu teuer werden“. Auch die Korso-Regel schnell noch inhaliert und rauf auf den Bock. Dann schlich das Moped-Monster los und kroch weiter durch die Ost-City in den Norden der Stadt. Als es dann wohl etwas schneller wurde sagte meine Kupplung leider „Nein Danke“ und für mich war dann erstmal Schluss mit lustig. Ich konnte dann noch genießen wie alle immer zügiger an mir vorbei fuhren und winkten. Die Schlange wollte kein Ende nehmen. Ich quälte mich dann noch bis in den Wedding, von wo aus mein Moped und ich getrennte Wege nahmen. Ich mit dem Taxi und die gute alte Dame auf dem ADAC-Abschlepper. Der Korso brummte inzwischen ins Grüne und lief dann im Wald an der Havel aus. Nachdem alle Mopeds einen Parkplatz gefunden hatten und die Kasse passiert war, trennten sich die Wege für Gast und seinen ihn lange begleitenden Teddy-Bär. Rund um die Havelbaude platzierte sich das Partyvolk, um sich bei einem ersten kühlen Getränk von der Band Heavy Temptation unterhalten zu lassen. Die Anmoderation übernahmen erstmal unser bandbetruer Alex und der Stagemanager vom Dienst, Jottzett. Ich stand ja noch am Gesundbrunnencenter vor nem Kinderfest, das mich daran erinnerte, dass ich gerade ganz wo anders sein sollte. Zum Glück gibt es „Praktikanten“, die dann mal schnell einspringen können. Pünktlich zur zweiten Band hatte ich es dann auch geschafft und konnte dann von Jottzett übernehmen -- mit der Verleihung der Pokale. Dies zog sich natürlich etwas hin, da nicht jeder seine Mopednummer wußte, die Papiere an Mann hatte, die Lesebrille verlegt hatte oder schon wieder weg war. So bekam dann erstmal der Eisbärmann einen Pokal fürs beste Design. Er und sein Ofen waren nämlich mit Fell überzogen. Als der so neben mir auf der Bühne stand, fragte ich mich: „Hat er jetzt den Pokal für sein Moped bekommen oder für sein Outfit?“ Die zwei weiteren Gewinner mussten noch gesucht werden. So machten wir erstmal weiter im Sanges-Reigen mit Crawling Noise, einer jungen Party-Band, die mit ihrer Anhängerschaft bis in die Nacht mit uns noch feiern sollte. Dann hatten wir den 2. Pokal-Helden gefunden und der Gewinner Best Chopper bekam seinen Preis. Er war noch draußen vor der Tür und bewunderte wohl noch selbst sein Gefährt, so dass er unsere Rufe nicht hörte. Der 3. Pokal-Kandidat wollte nicht kommen, obwohl ich sein Bike von der Bühne aus sehen konnte. So gab es erstmal noch ein kleines Quiz zum Toy Run, bei dem die Gewinner Konzert-Karten von Trinity gewinnen konnten. Danach ging es mit Deutsch-Hard-Rock Made in Berlin weiter. Feuerball mit unserem Standmanager als Frontmann und mit neuen Gitarerro trotzten der Sonne und schenkten jedem den Glauben, dass nur sie in dem Moment für die heiße Stimmung sorgten. Nun war dann auch endlich der letzte Pokal-Gewinner gefunden, den Best-Street-Bike Pokal nahm Sabine sichtlich stolz entgegen. Sie hatte 2 ½ Stunden unten am Wasser auf der Wiese verweilt. Da hat sie alles und jeden fotografiert, wie ihr auf unserer Facebook-Pinwand sehen könnt. Sabine hat sich auch über die Konzert-Karten voll gefreut, die jeder Pokal-Held zum Blech dazu bekommen hatte. Sie sucht immer noch nen Begleiter fürs den Abend, also meldet euch bei ihr. Inzwischen war es dann Zeit für die Tombola-Trostpreise, die dann im zügigen Wortschwall den Besitzer wechselten. Nun erklomm mit Geminus einer der wohl vielversprechenden Rock-Bands Berlins die Bühne und nahmen den Ball der gutlaunigen Stimmung von der Tombola auf und spielten ihn mit voller Party-Kraft weiter bis es dämmerte. Einige der vielen Helferlinge hatten beim kokeln unser Lagerfeuer auf dem Hügel über dem Hafen und der Havel entflammt. Wer wollte konnte sich nun von der Musik im Liegestuhl in seine Urlaubsträume tragen lassen. Einigen war das zu wenig Aktion und so tobten sie sich vor der Bühne aus. Hier rockte nun mit BON die AC/DC-Show, eine ziemlich detailgetreue Kopie des Originals aus der Bon-Scott-Ära, in die anbrechende Nacht.
Besonders das Ringel-Shirt von Bassist Danny versetzte uns zurück in die Zeit der späten Siebziger unserer Jugend mit Schlaghosen und Paderborner 10ner-Bier-Packs von Aldi. Wer sich nicht dem Lagerfeuer-Glück hingab oder seinen kulinarischen Süchten am Grill oder im Restaurant frönte, gab beim tanzen vor der Bühne Vollgas. So wie Klaus, der wie eh und je seine Lockenpracht schüttelte. Nach 1 ½ Stunden war die Show vorbei, aber nicht die Party. Einen Höhepunkt hatten wir noch: Stashbox. Mit ihrer Rock-ABC-Reise durch die unbegrenzten Weiten des Rock’n’Roll zauberten sie dem Partyvolk einen Tanz-Hit nach dem anderen aufs sandige Parkett. Danke allen Mädels, die mit mir getanzt haben.
Um kurz nach Mitternacht war dann „Aus die Maus“ mit Live-Musik. Bei gediegener Dosen-Mucke gab’s dann noch ein, zwei, drei Scheidebecher und eine letzte Zigarette im Stehen. Dann war Zeit zu gehen. Guten Nacht Freunde.........
2. Akt:
Gestern war nicht alle Tage, sie kamen wieder, keine Frage. Nach kurzer Nacht und Dusche räumten wir das Gelände vom Bechermeer und anderem Unrat. So, dass es um 11.00 Uhr wieder hieß: Es ist angerichtet. Und pünktlich wie die Maurer trabte einer nach dem anderen der Nachtschwärmer wieder an und dazu weitere 350 neue Gäste mit ihren Kindern, um diese bespielen zu lassen. Ein ständiges Kommen und Gehen grub eine Senke in den schmalen Weg von der Straße zum Festplatz. Dabei war das Publikum noch gemischter als am Tag zuvor. Um Highnoon – 12.00 Uhr Mittags - trafen sich dann unsere drei Finalisten zum Rockcontest-Duell. Mondo, John Doe und The Mompitts fochten im fairen Sangesstreit um die Contest-Krone. Dabei sollten alle einen Sommerhit mit ein paar vorgegebenen Worten schreiben.
Zum Schluss setzte sich John Doe mit der besten Tagesform, dem besten Sommerhit und den meisten Fans durch und stachen den 2. Mondo und den 3. The Monpitts knapp aus. Neben Gutscheinen von Sound und Drumland gab’s für die Platzierten noch Konzert-Karten fürs Zitadelle-Festival und für John Mayall. Nach dem Mittagschlaf versammelten sich immer mehr spielfreudige Kinder samt ihren Eltern auf der Wiese am Wasser, wo es zusätzliche Aktionen gab. Oder vor die Tür, wo die Kinder auf Ponys reiten und im Motorradgespann von B.a.c.a.a. e.V. mitfahren konnten. Damit den Großen nicht bis zum Tombola-Finale langweilig wurde, gab’s mit Melloy und Black Moon Rising was auf die Ohren. Die ersteren besuchten vor ihrem Gig noch schnell die Kinder-Schmink-Station und legten dann kräftig los immer mit einer guten Portion Schalk im Nacken. Leider trieb die Sonne die Leute unter die großen Schirme, so dass die wippenden Zuhörer 15 Meter von der Bühne entfernt saßen. Das macht es natürlich für den Musiker schwer, die Stimmung im Publikum wahr zu nehmen. Nur die Managerin von Melloy hielt durch und tanzte den ganzen Gig lang in der Sonne vor der Bühne. Löblicher Einsatz! Die wandernde Sonne und die nahende Hauptpreisvergabe lockten die Leute wieder näher vor die Bühne. Mit Black Moon Rising beendete die Band unseren Band-Reigen, die ihn auch am Samstagmorgen eröffnet hatte. Nach einem runden Musikprogramm kam nun die Tombola-Verlosung der Hauptpreise, auf die auch gerade viele Kinder gewartet haben. Alle waren sie nun vor Bühne: die Großen, Kleinen, Jungen, Alten, Dicken und Dünnen. Lange, Kurze, gar keine Haare, Gewaschene und Ungewaschene, mit einem Los, mit mehreren Losen und auch mit Losliste wie unsere Toy Run Familie, die jedes Jahr immer von morgens bis Abends beide Tage dabei ist und viele Lose kauft. Dann hatten wir vier Losfeen auf der Bühne, die halfen, das Volk glücklich zu machen, und ein Preis nach dem anderen wanderte zu seinem neuen freudigen Besitzer. Dabei immer in guter Stimmung unterstützt vom Chor der Reinrufer bestehend aus Melloy und der Backstage-Küchen-Crew, die das Los-Volk mitanimierten, fröhlich-rasant, nicht immer ganz ernst, die Gewinner zu beklatschen und das eigene Los-Pech lächelnd hin zu nehmen. So war ein sonniges, fröhliches und friedliches Party-Wochenende zu Ende, wobei der gute Zweck nicht zu Kurz kam. Wir hoffen, dass wir uns, wieder bei so guter Stimmung, 2012 wieder sehen. Bis dahin Allzeit gute Fahrt, immer etwas Luft im Reifen, und nen Tropfen Benzin im Tank. Vielen Dank, dass Ihr alle da ward und uns die Treue gehalten habt.
Wie viele Spenden am Ende zusammenkamen und welche Einrichtungen wir damit helfen können, erfahrt ihr wie immer in Kürze hier auf unserer Website.
Macht’s gut Nachbarn und Bürger!
Beste Grüße Euer Toy Run Team
Bernde, Alex, Bert und Frank
Nachspiel:
Vielen dank allen Sponsoren und Helfern, Marcel und Clemens und ihrem Havelbaude Team, dass wir bei euch und mit euch feiern durften. Danke den Technikern Ingo und Jacky Lee Man und Diddi für die Stromwartung. Danke, Danke dem Küchengott Rainer und seinen Jungs Mark und Dirk, dass wir auch hinter der Bühne was zum essen, trinken und lachen hatten. Und für die Hilfe von Micha und den Transport bei Auf- und Abbau. Danke Danke Danke Klaus, Andreas N, Lars, Helle, E-Herd + Dani, dass ihr fünf Tage lang überall mit angepackt habt, wo es gerade nötig war. Vielen Dank Heike, Manuela, Miri, Michel, Kevin und eurem Team, dass ihr so zuverlässig und pünktlich 2 Tage an unserer Seite standet. Ein großer Dank auch an Carola und Andrea, dass ihr euch 2 Tage lang die Finger wundgemalt habt beim Kinderschminken. Danke Danke an Madeleine, Frank, Annika, Conny, Petra, Viola, Florian, dass ihr einfach da ward als wir eure Hilfe brauchten. Danke an Martin für die vielen Fotos, der Website und die Einrichtung unserer Facebook-Seite und Calle für die Gestaltung unserer Fyler und Plakate. Danke an Fossi, Isabella, Anne, Wolle und die Wheels für die Hilfe.
Vielen Dank und dicken Kuss an Betty für Jury + ewigen Los-Verkauf seit Jahren. Vielen, vielen Dank ohne Kuss an Jottzett, unseren Praktikanten, Stage-Manager, Los-Zwangsverkäufer, Jury-Menschen, für dein Drumset und deine Treue schon immer.Lieben Dank meiner Tochter Ina, die öfters auf langweilige Promo-Termine mit musste, Preise einpackte, an der Kasse saß und andere unzählige Kinder schminkte, zu lange aufblieb und sich trotzdem supi amüsierte (Papa hat dich lieb).
Danke meinen 2 und 2 Halben Mitstreitern dass wir die „Fantastischen Vier“ waren und das geschafft haben was wir wollten.
Bernde






