11. Berlin Toy Run
Ja super Sonne und kein Lüftchen wehte zum 11. Berlin Toy Run am
28.+.29. Mai 2005. Aber die Geschichte des diesjährigen Toy Runs
fängt schon Wochen vorher an, mit Behördenkrieg und an dem Himmel
gab es kaum schönes Wetter.
Unser Toy Run ist in den letzten Jahren immer größer und auch
erfolgreicher geworden, da will jeder sich gerne ne Scheibe vom Erfolg
abschneiden. Und wenn’ s nur durch Gebühren ist, oder man will
was mit veranstalten und auf dem Toy Run Zug umsonst mitfahren.
Aber von vorn: Wie immer wollten wir unseren Korso mit nem Biker-Brunch
im Café Alberts starten. Ein Werbepaket im Wert von 1000,- Euro
war gepackt und sollte für 500,- Euro ans A. verkauft werden, dafür
wollten wir uns dort treffen und die Einnahmen der Korso-Teilnehmer wären
ans A. geflossen. Mündlich war alles abgemacht und der Vertrag lang
unterschriftsbereit im A. Woche um Woche um Woche. Ständig gab es
neue Wünsche an uns und Geld hatte man auch keins mehr. Nach ewigen
hin und her haben wir uns entschlossen alles zu kanzeln und unseren Biker-Brunch
selber zu machen. Leider waren da schon die Toy Run Flyer gedruckt mit
dem Programmpunkt Biker-Brunch im A. (tolle gratis Werbung). Wir machen
unser Ding selber, gute Idee, aber da hatten wir die Rechnung ohne den
Behördenwirt gemacht. Für 2 1⁄2 Stunden Live-Musik mit
nem Imbiß und Getränkeversorgung mußten wir vier Anträge
bei vier Ämtern stellen, etliche Papiere einreichen und 1000 mal
bitte bitte machen. Und jedes Amt sagte zu wir genehmigen nur wenn die
anderen das auch tun.
Da wir alle im Club alles neben unseren Hauptjobs machen, sind solche
Ämtertouren doppelt nervig. Aber am 20.5. hatten wir alle Genehmigungen
und Unterlagen zusammen und eingereicht, die, die letzte Instanz das Grünflächen
und Verkehrswegeamt vom BzAmt Mitte (oder wie das auch immer heißt)
brauchte um die letzte Genehmigung zu erteilen. Am Mo. den 23.5.04 betrat
dann ein gewisser Herr Pradel, seiner Zeichens Sachbearbeiter, das Spielfeld.
In einem Telefonat mit unserem Moderator sagte er: „So geht das
alles nun gar nicht. Kaum eine Unterlage die ich haben wollte habe ich
bekommen und wenn, ist sie nicht ordentlich genug und wo sind den hier
ihre Sicherheitsvorkehrungen.“
Nach einigem hin und her fragten wir dann was sollen wir jetzt tun damit
der Biker-Brunch noch klappt. Herr Pradel:“ Schicken sie mir einen
neuen Lageplan aus dem auch hervor geht wie sie mit Flatterband und Ordner
den Mittelstreifen der Karl-Marx-Allee sichern wollen. Dann noch einen
Schilderplan auf den ich sehen kann welche Straßenschilder gesperrt
werden müssen und welche sie aufstellen. Und das alles bis heute
Nachmittag, dann kriegen wir das auch hin.“ Vier Stunden später
hatte der Mann alles was er wollte auf seinem Tisch. Also gingen wir davon
aus das seine mündliche Zusage auch steht.
Am nächsten Tag hatten wir immer noch keine Absage und unsere Halteverbotsschilder
wurden und mußten aufgestellt werden. Kostenpunkt 190,- Euro. Bei
dieser Aktion traf unser Hanne den H. Pradel zufällig auf dem Mittelstreifen
der K.-M.-Allee. „Haben sie alle unsere Unterlagen bekommen??“
Pradel:“ Ja es ist alles da und sie bekommen die Genehmigung.“
Dabei sah der gute Mann zu wie unser Schilder aufgestellt wurden. Dann
kann der Hammer:
„Ja dann stellen sie aber bitte noch auf jeder Seite des Mittelstreifens
90 Meter Sperrgitter auf !! "
Hanne: „Wie bitte, warum haben sie das denn gestern nicht zu Herrn
Kleemann gesagt das wir die Dinger brauchen. Denn hätten wir das
hier gleich abgeblasen. Das kann doch keiner bezahlen.“ ( Kosten
für die Gitter wären ohne Nachtwache, Zwischenlagerung und Aufbau
500,- Euro gewesen!! Für 2 1⁄2 Stunden Biker-Brunch) Pradels
Antwort läßt alle Vorurteile gegen Beamter wieder aufleben:
„ Der Herr Kleemann hat gestern so viel geredet und ich hatte keine
Zeit und wollte Ihn los werden. Da hab ich halt gesagt schicken sie mir
die Sachen mal rüber dann klappt das schon. Nun seh ich aber das
sie die Dinger hier brauchen und mache ihnen jetzt eben die Auflage Sperrgitter
auf zustellen.“
Tolle Wurst Herr Superbeamte !!
Wir haben uns dann noch mehrmals telefonisch mit dem Sachbearbeiter auseinander
gesetzt. Wobei er dann noch sagte: Er kannte die K.-M.-Allee bis zu seine
Ortstermin gar nicht so richtig. Obwohl sein Büro nur 10 Minuten
Fußweg davon entfernt ist. Telefonieren und offizieller Einspruch
brachten keine positive Wende mehr für uns. So mußten wir eine
Band absagen die zum Glück keine Regreßansprüche stellte,
hatten unsere Schilder umsonst bezahlt, bekamen keine 400,- Euro Standmiete
von unserem Imbiß, und sollten dann noch für die pradelsche
Glanzleistung 180,- Euro Bearbeitungsgebühr bezahlen. Und das alles
für ne Veranstaltung die Heimkinder und andere soziale Zwecke unterstützt.
Der Bezirk Mitte ist einer der größten sozialen Brennpunkte
Berlins und ist bei Hilfen zur Erziehung von Amtswegen mit an führender
Stelle. So etwas können wir und wollen wir nicht akzeptieren. Wir
haben eine Dienstaufsichtbeschwerde gegen Herrn Pradel gestellt. Und wir
haben Euch, unsere Gäste, gebeten an den Amtsleiter des Herrn Pradel
zu schreiben. Beides soll dazu führen das wir unseren finanziellen
Schaden ersetzt kriegen. Danke allen die an die Amtsleitung geschrieben
haben, es waren echt viele, genau 220 Leute !!
Danke für euren Einsatz!!
Leider haben wir noch keine Ergebnisse, aber halten euch weiter auf unsere
Seite auf dem laufenden, immer mal ins Gästebuch schauen.
So nun sind wir wieder beim eigentlichen, dem 28. Mai 2005, dem heißesten
28.5. seit 50 Jahren. Die große Hitze und das DFB-Pokalendspiel
hat wenig davon abgehalten zum Toy Run zu kommen. Zum ausgefallenen Biker-Brunch
kamen rekordverdächtige 450 Biker aller Art, die sich dann in einem
bunten Mopedwurm quer durch die City über die Bezirke Mitte, Charlottenburg,
Wilmersdorf, Tiergarten, Wedding, Reinickendorf bis nach Pankow schlängelte.
Dabei hupte, dröhnte und blinkte er das jeder am Straßenrand
mitbekam hier ist was los, hätte wir unser Megaphon benutzen dürfen
hätte man den Leuten noch genau klar machen können um watt es
geht. Machen wir im nächsten Jahr wieder mit Transparente. Nach 1
1⁄2 Stunden war der Korso dann da wo er hin wollte zu mindestens
die meisten die los gefahren waren kamen auch in Pankow an um mit uns
zu feiern. Nur der Polizei MC Blue Knights war nicht mehr da. Kam man
doch wichtig mit vielen Leuten und dicker Kutte zum Korsotreffpunkt und
fuhr auch mit allen zusammen im Korso los. Die wollten wohl doch nur ne
Clubausfahrt geschützt von ihren Kollegen durch Berlin machen. Schade
den Zweck Toy Run noch nicht ganz verstanden. Wir laden euch trotzdem
wieder ein, vielleicht klapps ja im nächsten Jahr besser.
Auf der Schießanlage erwartete die angekommen Gäste wieder
unsere große Wiese in der Schönholzer Heide, mit vielen Ständen
rund ums Biker- und Kinderleben. Nachdem das Spielzeug artig an der Sammelstelle
abgegeben war und unser Containers immer voller wurde, begab man sich,
logischer weise bei dem Wetter, an die Bierstände, wo aber erstmal
Selters angesagt war. Und schon ging die Party auch schon los. Nachdem
Brot-Bernde wieder die üblichen Sicherheitshinweise unters Volk gebracht
hatte gabs von ihm nen kleinen Rechenschaftsbericht über das Ergebnis
des letzten Toy Runs.
Dann legte auch schon mit Area 5 One die erste Band auf der Bühne
los, eine sehr junge Band die Ihre Chance nutzte bei den großen
mitspielen zu dürfen und noch viel Entwicklungs Potential hat. Die
sonst doch ganz lustigen Bike-Games vielen der Hitze zum Opfer keiner
wollte seine Liebe beim Slow-Race quälen. Selbst die Pokale gingen
etwas schleppend weg, die Hitze lähmte, oder man brachte grad das
Bike nach Hause um dann bei der Wiederkehr an der Tränke richtig
zuschlagen zu können.
Mit Fellow 5, Hensley und Speed hatte man neue und bewährte Bands
auf die Bühne gezaubert. Alles guter Rock’n Roll, aber jeder
doch individuell im Stil.Die Temperaturen ließen die Technik knacken,
so das man etwas in der Zeit hinter her war, aber das störte wohl
kaum einen, denn alle waren in friedlicher Partylaune. So verging die
Zeit hüpfend, piercend, tanzend und verlosend doch recht schnell.
Und als es dann langsam etwas dämmerte kam ein weiterer musikalischer
Höhepunkt auf die Bühne.Aus dem weiten Süden aus München
schauten nun schon zum drittenmal, mit neuem Sänger und neuer CD,
Megaherz vorbei.
Sie waren unter anderem der Grund warum es nun richtig voll auf dem Platz
war und auch die Jacken immer bunter wurden. Mit viel Dampf und Druck
peitschten Jungs ihren Sound ins tobende Publikum und lieferten ne geile
Show ab. Leider kann auch super Wetter für Probleme sorgen. Die warme
Luft setzte sich über die Stadt wie ne Käseglocke und „sperrte“
dadurch unsere Mucke ein. Das führte dazu das die Musik viel weiter
und lauter zu hören war als sie sein durfte und als sie eingepegelt
war. Und da es ja jeder ganz toll findet wenn man was für die schwächsten
der Schwache tut, Hauptsache man tut es leise, habe wir bei den guten
Bürgern der Stadt, den lieben Laubenpiepern, Taubenzüchtern,
Briefmarkensammlern, usw. genau ins Schwarze getroffen.
Ab 15.00 Uhr klingelten der Bürger dann die 110 an, erst jede Stunde,
dann halbstündlich, etwas später alle 10 Minuten bis die Nummer
dann dauerbesetzt war. Den Zorn des Volkes bekam dann leider unsere letzte
Band The Crew zu spüren, die uns doch immer den letzten Kick des
Abends gegeben hatte bis man an Bierstand dann versackte. Verzweifelte
und völlig entnervte Polizisten konnte es nicht mehr dulden das mit
der letzte Band die Ausnahmegenehmigung um 30 Minuten überzogen werden
sollte. Der Gig mußte nach 15 Minuten abgebrochen werden. Auf diesen
Weg ein Sorry an The Crew, wir werden’s wieder gut machen.
Auch der Musikersatz Kino mußte dann noch ausfallen, weil die Technik
warum auch immer versagte. Der Partylaune tat das aber nicht unbedingt
nen Abbruch. Ein, zwei letzte Bierchen, oder noch nen Fischbrötchen
bei Aal-Martin, die Cocktails waren ja leider schon alle. Nach und nach
trabte man auf den Vorplatz zum letzten Abendmahl, ääh Abendtrunk.
Hier fand man dann auch so manchen treuen Toy-Run-Gast und Partyurgesteine
wie Stippel, Stimme, Rolli, uvm. wieder, bis es schon fast wieder hell
wurde friedlich Benzin quatschend und Geschichten aus alten Zeiten wieder
neu erfindend. Andere mußten den vielen Wegen des Tages Tribut zollen
und einfach ihre Füße hochlegen oder die Stimme für den
nächsten Tag schonen...
....Denn der kam ob wir wollten oder nicht. Kaum hatte Petrus die Sonne
raus gelassen, waren die ersten oder auch letzten Gäste wieder munter.
Gemütlich und bedacht begannen wir unser sonntägliches Familienfest
mit unserem Biker-Gottesdienst von und mit Pfarrer Bernd Schade von Christ
und Motorrad. Danach folgte schon traditionell das Finale unseres Rockwettbewerbes
für Newcomer. Die vier Finalisten waren in diesem Jahr alle qualitativ
recht hoch angesiedelt. Nach 2 Stunden war der Sieger ermittelt, aber
mit der Krönung der Gewinner wurde noch gewartet, weil nun mit Red
Neck eine echt professionelle Band auf der Bühne stand die mit viel
Spaß, Können und Erfahrung das Publikum verwöhnte.
Einmal in Spiellaune gekommen, konnten sie kaum noch aufhören ihr
reichliches Repertoire zum Besten zu geben. Inzwischen hatte paralelle
unser Kinderfest begonnen und alles im Alter von 0 bis 14 Jahren tummelte
sich auf den Hüpfburgen, beim Bungeetrambolin, im Karussell und und
und. So konnte Papa seine Mucke genießen, Mama sich nen Probetattoo
airbrushen lassen, während die lieben Kleinen gut behütet bei
viel Spaß und Laune beschäftigt waren. Die Sonne brannte nicht
so wie am Tag davor, aber als sie sich etwas senkte, oder sich das ein
oder andere Wölkchen davor schobt, war es doch gut auf dem Platz
aus zu halten. Nachdem dann endlich die Bandcontest-Sieger gekürt
waren kam man zu den Hauptpreisen der Tombola. So mancher Partyhengst
hat seinen Preis wohl verschlafen, soviel Losnummer waren noch nie nicht
da. Aber wir haben alle Preise mit etwas Gerödel aus der Dose unters
Volk gebracht. Hauptpreis, für alle die es verschlafen haben, war
u.a. Eine Reise für zwei Pers. an die polnische Ostsee ins 4 Sternen-Hotel.
Ist ne schöne Mopedstrecke dort hin. Als dann der Sieger des Contest
zeitZone noch mal dem Publikum bewiesendas sie verdient gewonnen hatten
war das Fest schon wieder fast vorbei.
Aber da gab es noch zwei Highlights. Auf der Hauptbühne zeigte das
Duo The Nix allen die sich in der Sonne aalten was ne echte Rock’n
Roll Harke ist. Auf Bühne zwei, auf dem Vorplatz, fand Störtebükers
Piratenparty statt. Hier konnten die Kids wieder bei Spielen, Rätsel,
Tänzen und viel Musik im Schatten des Piratenschiffes viele Preise
und Geschenke gewinnen. Und wem die Piratenmusik gefallen hat, konnte
und kann sie sich jetzt auch kaufen, auf der neuen Störtebüker
Piratenparty CD.
Ja dann war’s auch schon vorbei mit lustig und ein geiles Wochenende
war erfolgreich zu Ende. Ab heute basteln wir wieder am nächsten
Toy Run für 2006. Aber vorher noch ein paar Zahlen.
Trotz einiger Pannen, Behördenwillkür, Ausfällen haben
die 450 Korsoteilnehmer und die 2200 anderen Gäste Lose im Wert von
500,- Euro gekauft, 42 50-Liter-Fässer Bier getrunken, viele, viele
Toy Run Shirts und andere Dingsda aus unserer Kollektion gekauft, so das
auch in diesem Jahr ein beachtliches Plus für die Heimkids heraus
gekommen ist. Dazu konnten 9 sozialen Einrichtungen mit viel viel Spielzeug
beglückt werden. Danke allen Spender, Gästen und Trinkern für
euren Einsatz und Besuch. Natürlich steht und fällt der Toy
Run mit seinen Helfern, Sponsoren, Unterstützern, Bands, der Secriuty
und Membern.
Euch allen vielen, vielen Dank, ihr seit echt knorke. Special Thanks to:
Hanne,Rainer, Nati, Rüster-Wolle und seine Jungs, Jörg, Betze,
Mike, Björn, Liebchen, Andy Jensch, Air-Brush Club Berlin, Chris
und Berward.
Wir hoffen das ihr alle im nächsten Jahr wieder dabei seit. Wer
auch mal hinter die Kulissen schauen will und Toy Run mal leben will,
kann bei uns gern mitmachen. Wir suchen dringend helfende Hände von
neuen aktiven Mitgliedern.
So und wem nun noch nicht die Augen vom lesen und Bilder schauen weh tun
kann sich alle Bilder von 2005 am laufenden Band anschauen.
See you next year






