Toy Run Number Fourteen in Berlin
Das wichtigste bei einem Open Air Event ist das Wetter. Regen kann man
nicht gebrauchen, genauso wenig wie Sturm oder Gewitter. Sonne ist eigentlich
immer gut, aber auch davon kann es zu viel geben, wenn kein Lüftchen
weht und es wenig Schatten zum abhängen gibt. So hatte der Wettergott
es zum 14. Toy Run etwas zu gut gemeint mit der Hitze.
Trotz großer Schwüle bereits am Morgen des 31. Mai 08 kamen
etwa. 300 Biker mit und ohne Sozius zum Biker-Brunch ins Hard Rock Cafe.
Sie hatten sich alle fest vorgenommen, der Hitze zu trotzen und nicht
zum Schwimmbad oder an den See zu cruisen.
Auch bei den Behörden hatte sich inzwischen herumgesprochen, dass
zum Toy Run doch ein paar Bikes mehr kommen und der Bürgersteig zum
parken nicht ausreicht. So gab es fast in der gesamten Meinekestraße
ab 10.00 Uhr ein Halteverbot für Autos und jedes Bike konnte gut
einparken. Einige Autos verschlafener Anwohner wurden sogar abgeschleppt.
Ein ganz eifriger Sheriff wollte sogar unser Toy-Run-Führungs-Auto
entfernen lassen, was wir dann aber noch verhindern konnten. Während
ein nach dem anderen mit Spielzeug geschmücktes Bike anrollte, spielte
im Cafe unser erster Act „Die Kollegen“ zu belegten Brötchen
auf. Ihr habt euren Job gut gemacht Männers. Danke !
Als dann die Straße voller Bikes, Trikes, Quads und Gespanne war,
ging es mit einer kleinen Kundgebung, also dem hauptsächlichen Anlass
des Toy Runs, nämlich gegen die Sparzwangpolitik in Berlin bei Bildung,
Kinder und Jugend zu demonstrieren, schon los. Bei inzwischen molliger
Temperatur hieß dann um Punkt halb Eins: „Ladies und Gentlemen:
Let’s start your Machines“!!!
Und dann rollte sie los, die Lawine von Bikern. Wie ein nicht enden wollender
Wurm schlängelte sich der Korso durch die sonnendurchflutete Stadt,
von West nach Ost und von Süd nach Nord. Berlin Rock-City war nun
Bike-City. Nach ca. 1 1⁄2 Stunden dampfender Fahrt kam die Moped-Welle
auf dem Toy Run Party Place in Pankow an. Alles ging an diesem Tag ein
bisschen langsamer als sonst, nur nicht zuviel Anstrengung.
Leider hatte das auch die Brauerei gedacht und ihre Sonnenschirme vergessen.
So war Schatten Mangelware auf dem Platz. Aber nach dem man/frau sich
von seinem Spielzeug getrennt hatte, wurden die Saft- und Selterressourcen
in Beschlag genommen. Die Kinderwasserrutsche diente so manchem Erwachsenen
als willkommene Dusche. Damit jeder in Ruhe ankommen konnte, fing das
Bühnenprogramm piano mit einem Trio an: The Jacks Stones, einigen
noch bekannt vom Biker-Brunch im letzten Jahr, ließen den Party-Zug
langsam ins rollen kommen. Nach gut einer Stunde wurde das Party-Volk
noch einmal offiziell begrüßt und die Neuen mit dem Gelände
vertraut gemacht.
An dieser Stelle möchte ich allen Bikern, die den Korso trotz des
Wetters mitgefahren sind, unseren aller Dank und Respekt aussprechen.
Ihr habt Mann und Maschine für den guten Zweck nicht geschont.Zur
Kaffee- und Kuchenzeit ging es dann auf der Bühne mit dem nächsten
Schmankerl weiter: Orpheus, die in diesem Jahr in voller Besetzung auf
der Bühne standen, unterhielten wieder das Publikum mit einem breiten
Spektrum von Rock ’n’ Roll und Instrumenten. Anschließend
waren dann viele Leute gerade unterwegs zum Baden oder den Ofen weg bringen,
bevor sie am frühen Abend wiederkamen. Es war etwas leerer geworden
zu diesem Zeitpunkt und wir hatten echte Schwierigkeiten unsere Pokale
samt Konzertkarten unters Volk zu bringen. So musste, nachdem keiner der
Gewinner anwesend war, die Jury noch mal los, um unter den verbliebenen
Bikes die besten heraus zu finden.
Aber im zweiten Anlauf klappte es - sämtliche Gewinner waren da und
präsentierten ihre Bikes vor der Bühne. Alle waren wirklich
Trüffel und hatten ihren Preis verdient. Und ein wirklich cooles
Bike hat nun mal nur zwei Räder. Dann sollte auf der Bühne eigentlich
eine reine Frauenband, die Gewinnerinnen des letzten Rockcontest spielen.
Leider hatte sich die Band kurzfristig getrennt. So mussten wir einen
Ersatz finden, der sich mit Sanges-Wettbewerben auskennt.
Und das kannte er auch: Martin Kesici saß nicht nur schon in unserer
Contestjury, er hatte ja auch seinerzeit noch dieses Barden-Wettsingen
bei SAT.1 gewonnen. Da er uns allen zeigen wollte, dass er der Alte geblieben
ist, trotzt Star-Search-Rummel, kam er mit seiner Ur-Band Enrichment zum
Toy Run und die knallte richtig los. Es war nun wieder voller auf dem
Party Place, da es langsam abkühlte und viele noch zum Nachmittags-Preis
da sein wollten. Es gab hier einen echten Run an der Kasse.
Kurze Erklärung, warum es zwei verschiedene Eintrittspreise gibt.
Wir sind der Meinung, wer wegen dem eigentlichen Zweck des Toy Runs kommt,
nämlich Korso und Spielzeug spenden, kommt immer schon am Nachmittag.
Wer abends nur zu den Hauptacts kommt, um Party zu machen, kann für
den guten Zweck ruhig etwas mehr Eintritt bezahlen!!! Wir haben uns im
Vorfeld des Toy Runs für die Zusammenstellung des Musikprogramms
zahlreiche Bands in diversen Clubs, Kneipen und ähnlichem angeschaut.
Dabei haben wir immer für eine Band mindestens 6 Euro bezahlt.
Da sind 9 Euro für drei Bands völlig o.k. Darin fühlen
wir uns auch bestätigt, da in diesem Jahr nach 18.00 Uhr noch ca.
450 Gäste kamen und nur wenige Ausnahmen mit dem Preis ein Problem
hatten, der ja seit Monaten über unsere Flyer und im Internet öffentlich
gemacht wurde.
Gegen 20.00 Uhr war es dann richtig voll, viele alte und neue Gesichter
tummelten sich auf dem Gelände. Zuerst vor der Nebenbühne, wo
sich an der Caote Ugly Bar leicht bekleidete Mädels räkelten
und dem einen oder anderen eine Dosis Alkohol verabreichten. Dann vor
der großen Bühne, wo mit Mothers Little Helpers der Feten-Express
noch mal einen Gang hoch schaltete, um dann mit Soul Doctor den Highscore
zu erreichen. Es war eine nette friedliche Sommerparty und die da waren
und bis zum Schluss geblieben sind, kamen alle zu ihrem Party-Spaß.
Zum Schluss gab es dann noch eine Tanzeinlage, wieder auf der Nebenbühne,
bevor es mit Kino im Programm in die Nachtvorstellung ging und sich der
Platz nach und nach bis um 3.00 Uhr leerte.
Am Sonntag ging es dann ab 9.00 Uhr für uns wieder los, egal was
wer getrunken hatte. Ein Meer aus Plastik-Bechern musste vom Platz gefegt
werden und neues Klopapier musste auch her.
Um 10.30 Uhr ging es dann mit dem Finale des Rockwettbewerbs auf der Bühne
weiter. Alle waren in diesem Jahr Top-Bands und die Tagesform musste entscheiden.
Wenn dann die Musiker sowieso nervös sind, macht es die Sache nicht
leichter, wenn sich dann besonders schlaue Mütter erstmal von der
Fähigkeit der Jury überzeugen müssen bevor es losgehen
darf!?!
Nach 2 Stunden hatten wir dann jedenfalls ‚nen Sieger und der heißt
2008 Dirty Strings. Diese Combo wird uns 2009 am Samstag mitunterhalten.
Um 13.00 Uhr folgte unsere Mittagsandacht mit Birgit Jung, die jetzt in
Köln wohnt und extra zum Toy Run nach Berlin reiste. An dieser Stelle:
Danke Birgit für deinen Einsatz und dein Engagement!
Dann startete auch schon unser großes Kinderfest mit vielen Aktionen,
wie auf den Bildern zu sehen ist. Musikalisch unterhalten wurde das Volk
dabei von Phases of Life. Sie waren genau die richtige Kapelle für
die warme und etwas verkaterte Hängemattenstimmung an diesem sonnigen
Sonntag. Kurz danach brachten wir noch unsere Tombola-Hauptpreise unter
die Bürger. 12 Preise: Alle mit jeweils zwei Konzert-Karten und weiteren
Sachpreisen im Wert von einigen Hundert Euros. Danke an unsere kleinen
Losfeen, die eifrig die einzelnen Nummern zogen.
Dann kam das Kinderfest zu seinem nun schon traditionellen Höhepunkt:
Störtebükers Priratenparty, 2 Stunden Spiel, Rätsel, Tanz
und Gesang für Groß und Klein. Hier konnte so manches Kind
ohne Losglück noch einen Preis abstauben. Und so ging ein für
uns langes, aber erfolgreiches Wochenende zu Ende.
Dank Euch kamen 20 Kisten mit Spielzeug zusammen, welches wir auf vier
Einrichtungen verteilen werden. Auch die unzähligen Kuscheltiere
werden wir an den Mann bringen. Bei der Tombola ward ihr 2008 wieder mal
Spitze und habt mit 750 gekauften Losen einen neuen Rekord aufgestellt!
Apropos Rekord, da war doch noch was. Ja, wir wollten einen Guiness-World-Record
aufstellen. Wir wollten den größten Büchsenwurfturm aller
Zeiten bauen. Der Versuch ist anscheinend etwas untergegangen, viele hatten
wohl nicht mehr dran gedacht. Wir kamen auf ca. 105 Dosen der Turm war
dann ca. 1.50 Meter
hoch. Zwei Tage nach dem Toy Run erfuhren wir dann von Guiness aus England,
dass es schon einen aktuellen Rekord gibt, den wir hätten brechen
müssen. Dieser stammt aus Japan und liegt bei der Kleinigkeit von
9455 Getränke-Dosen. Knapp verfehlt, würde ich sagen. Aber wir
heben unsere Dosen auf und wir versuchen den Rekord 2009 zu brechen!!!
Danke Euch allen, die ihr da ward, mitgefahren seid, mitgespielt habt,
mitgefeiert habt usw. Danke allen Gästen, Musikern, Helfern, Sponsoren,
der Security und allen, die zum einem tollen Partywochenende beigetragen
haben.
Wo der Erlös des Toy Run 08 genau hingeht und was durch Euer Engagement
ermöglicht wird, erfahrt ihr in Kürze unter den News auf unserer
Website.
Wir sehen uns 2009 zu 15 Jahre Toy Run Berlin wieder. Bis denne, macht’s
gut Nachbarn !
Special Thanks to: Rüster-Wolle, Miri + Rainer, Büker, Chris,
Joggi, David, Liebchen, Schnulli und Hausmeister Krause.
Und dem alles überragenden Losverkäufer Zimmermann!






